Marcos nahm an den Exerzitien teil, als Einziger, der kein Priester war, und mich hatte seine aufmerksame und glühende Leidenschaft für Jesus Christus tief beeindruckt, die Schönheit seines »Ja« zu der Berufung, der er nach seinem Physikstudium zu folgen begann. Er strahlte eine besondere Liebe des Herrn aus, wie Johannes, der »Jünger, den Jesus liebte«, und er vermittelte allen dieses Gefühl des Bevorzugtseins. Alle Zeugnisse über ihn, die in diesen Tagen zu hören sind, bestätigen das, was ich während der Exerzitien empfunden habe. Am Abend desselben Tages, an dem wir die Exerzitien beendet hatten, am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes, trat Marcos in das Priesterseminar von Barcelona ein. Am nächsten Tag schrieb er mir eine E-Mail, um sich zu bedanken, um mich zu bitten, nie nach Katalonien zu kommen, ohne dass wir uns sehen, und um mir sein Gebet für meinen Dienst zu versprechen. Vor allem aber berichtete er mir in dieser Nachricht von einer kleinen Erfahrung, die er an jenem Morgen gemacht hatte und die er als Beispiel dafür darstellte, wie er einen Punkt, auf dem ich während der Exerzitien bestanden hatte, in seinen Alltag übertrug: »Ihre Vorträge begleiten mich schon bei den ersten Mühen im Seminar. Auf einmal gehe ich sie mit einer positiveren Sicht an; man muss beten, dass es so bleibt. Zum Beispiel heute Morgen beim Verlassen der Dusche: Es gibt nur 2 Minuten warmes Wasser, und mein Zimmer ist der Nordpol. So kam ich um 6:45 Uhr morgens aus der Dusche, mit einer ersten Reaktion der Wut, aber in diesem Augenblick erinnerte ich mich an die ›Geduldsübungen‹, und mir kamen diese Worte in den Sinn, als ob Christus selbst sie mir sagte: ›Wolltest du mir nicht dein Leben schenken? Und gehört das nicht zu der Weise, die dir gegeben ist, um es mir zu schenken?‹, und ich habe es mit Freude gelebt.« (12.02.2015)
»Wolltest du mir nicht dein Leben schenken? Und gehört das nicht zu der Weise, die dir gegeben ist, um es mir zu schenken?«
Dieser Satz von Marcos begleitet mich nun ständig – jetzt, da Jesus nur neun Tage, nachdem er ihn geschrieben hatte, auf geheimnisvolle und vollkommene Weise die Hingabe seines Lebens angenommen hat, der er schon in der fast lächerlichen Banalität der alltäglichen Umstände zustimmte, wie bei einer kalten Dusche – und er hilft mir, zu den Umständen eine Beziehung zu haben, die ihren Sinn verwandelt und die mich bekehrt, wenigstens als Reue des Herzens über so viele, unendlich viele Umstände, so viele Begegnungen, in denen ich vergesse, darin eine Gelegenheit zu sehen und zu leben, Christus mein Leben zu schenken, Christus zu lieben, zuzulassen, dass Christus mein Leben nimmt – nicht im Traum, sondern eben in der leibhaftigen Wirklichkeit des Lebens. Dieser Satz enthüllt, genau wie Marcos sagte, das Geheimnis eines Lebens voller Freude: nicht weil der Umstand anders wäre, als er ist, nicht weil das Wasser der Dusche auf wunderbare Weise warm würde, sondern weil jeder banale Umstand zur Gelegenheit werden kann, das Leben in der Hingabe an den Herrn zu erfüllen. Der Gedanke von Marcos drängt sich mir gewissermaßen als ein »Schlüssel zur Übertragung« des Lebens des Heiligen in unser Leben auf. Das Erbe des Heiligen, das für uns zu größerer Fülle des Lebens werden kann, ist das Zeugnis und die Methode seiner Hingabe. Wir sind nicht berufen, alles nachzuahmen, was ein Heiliger getan und gelebt hat. Aber wir müssen im Innersten all dessen, was ein Heiliger getan und gelebt hat, das pochende Herz seiner Hingabe an den Herrn erkennen, dieses kleine oder große Ja zu Jesus, das dich in jedem Umstand, ob banal oder tragisch, geradeheraus fragt: »Wolltest du mir nicht dein Leben schenken? Und gehört das nicht zu der Weise, die dir gegeben ist, um es mir zu schenken?« Dieser Aufschwung der Freiheit in der Liebe zu Christus innerhalb des gegenwärtigen Umstands ist das lebendige und lebendig machende Erbe der Heiligen, das jeder von uns empfängt. Es ist das Erbe des gestorbenen und auferstandenen Christus, das jeder von uns empfängt und das jedes Glied Christi weiterhin weitergibt.
Originaltext auf Italienisch
Marcos era presente agli Esercizi, l’unico non sacerdote, e mi aveva molto colpito la sua passione attenta e fervente per Gesù Cristo, la bellezza del suo «sì» alla vocazione che iniziava a seguire, dopo la laurea in Fisica. Irradiava una predilezione del Signore, come Giovanni, il «discepolo che Gesù amava», e trasmetteva questo senso di predilezione a tutti. Tutte le testimonianze su di lui che risuonano in questi giorni confermano il sentimento che avevo durante gli Esercizi. La sera stessa del giorno in cui avevamo finito gli Esercizi, memoria della Madonna di Lourdes, Marcos entrava nel seminario di Barcellona. Il giorno dopo mi ha scritto un messaggio e-mail, per ringraziarmi, per invitarmi a non mai andare in Catalogna senza incontrarci, per promettermi la sua preghiera per il mio ministero. Ma soprattutto, in questo messaggio mi comunicava una piccola esperienza che aveva vissuto la mattina e che lui presentava come esempio di trasposizione nella sua vita quotidiana di un punto su cui avevo insistito durante gli Esercizi: «Le sue lezioni mi stanno già accompagnando nelle prime fatiche in seminario. Di colpo le affronto con una prospettiva più positiva; bisogna pregare che continui così. Come uscendo dalla doccia questa mattina, ci sono solo 2 minuti di acqua calda, e la mia camera è il polo nord. Così sono uscito dalla doccia alle 6:45 del mattino con una prima reazione di rabbia, ma in quel momento mi sono ricordato delle «pazienze» e mi è venuta alla mente questa parola, come se Cristo stesso me la dicesse: «Ma non desideravi darmi la vita? E questo non fa parte della forma che ti è data per darmela?», e l’ho vissuto con gusto.» (12.02.2015)
«Ma non desideravi darmi la vita? E questo non fa parte della forma che ti è data per darmela?»
Questa frase di Marcos, ora che solo dopo nove giorni che l’aveva scritta Gesù ha accolto misteriosamente e totalmente il dono della sua vita a cui già consentiva nella banalità quasi ridicola delle circostanze quotidiane, come una doccia fredda, questa frase ora mi accompagna continuamente e mi aiuta ad avere con le circostanze un rapporto che ne trasforma il senso, e che mi converte, almeno come contrizione del cuore per tante, infinite circostanze, tanti incontri, in cui mi dimentico di vedere e vivere un’occasione per dare la vita a Cristo, per amare Cristo, per lasciare che Cristo prenda la mia vita, non in sogno, ma appunto nella realtà carnale della vita. Questa frase svela, appunto come diceva Marcos, il segreto di una vita piena di gusto, non perché la circostanza sia diversa da quello che è, non perché l’acqua della doccia diventa calda miracolosamente, ma perché ogni banale circostanza può diventare occasione di compimento della vita nel dono al Signore. Il pensiero di Marcos mi si impone un po’ come una «chiave di trasposizione» della vita del santo nella nostra vita. L’eredità del santo che può diventare maggior pienezza di vita per noi è la testimonianza e il metodo della sua offerta. Non siamo chiamati a imitare tutto quello che un santo ha fatto e vissuto. Ma dobbiamo discernere al cuore di tutto quello che un santo ha fatto e vissuto il cuore palpitante della sua offerta al Signore, questo piccolo o grande sì a Gesù che in ogni circostanza, banale o tragica, ti chiede a bruciapelo: «Ma non desideravi darmi la vita? E questo non fa parte della forma che ti è data per darmela?». È questo scatto della libertà in amore a Cristo dentro la circostanza presente l’eredità viva e vivificante dei santi che ognuno di noi riceve. È l’eredità di Cristo morto e risorto che ognuno di noi riceve, e che ogni membro di Cristo continua a trasmettere.
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